European Journal of Economics and Economic Policies: Intervention

Forum: Der Mythos des Primats der Preisstabilität. Anmerkungen zur geldpolitischen Strategie der EZB

Abstract

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Die Strategie der Europäischen Zentralbank (EZB) zeichnet sich gegenüber derjenigen anderer Zentralbanken durch ihre eindimensionale Ausrichtung am Ziel eines stabilen Preisniveaus, dem so genannten ›Primat der Preisstabilität‹, aus. Otmar Issing, Chefvolkswirt und Mitglied des Direktoriums der EZB, hat den Vorrang stabiler Preise zu begründen versucht, indem er die Verteilungswirkungen und die Kosten der Inflation, die durch Verzerrungen der relativen Preise, durch eine veränderte reale Kassenhaltung, durch Preis änderungen (Menükosten) sowie durch die Interaktion der Inflation mit den Steuer- und Sozialleis tungssystemen verursacht werden, herausstellt (Issing 2000 und 2003). Und er geht noch einen Schritt weiter. Angesichts der breiten Zustimmung, die der Konzeption der EZB zuteil werde, sei es legitim, die Frage umzukehren. »The real question«, so sein Argument, sei heute: »Why not price stability?« (Issing 2000: 179, Hervorh. im Orig.)

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