European Journal of Economics and Economic Policies: Intervention

Forum: Afrika im Brennpunkt der Entwicklungsdebatte

Abstract

First paragraph

Im Jahr 2005 steht Afrika ganz hoch auf der internationalen Agenda. Der neue Präsident der Weltbank, Paul Wolfowitz, erklärt Afrika zum »Kontinent der Hoffnung«, und die »Commission for Africa« des britischen Premierministers Tony Blair fordert eine Verdoppelung der Ent wicklungshilfe für den Kontinent. Der diesjährige G8-Gipfel in Schottland, vorbereitet und begleitet durch eine breite internationale Kampagne »Make Poverty History«, widmete sich intensiv den Problemen Afrikas. Die angekündigten Verbesserungen – Verdoppelung der Entwicklungshilfe für Afrika auf 50 Milliarden US-$ jährlich bis 2010, Entschuldung von 18 armen Entwicklungsländern, darunter 14 aus Afrika – lesen sich eindrucksvoll. Auch im Verständnis der breiten Öffentlichkeit ist das Problem chronischer, extremer Armut auf der Welt ganz überwiegend eine afrikanische Angelegenheit. Ob Afro-Optimist|inn|en oder Afro-Pessimist|inn|en – der Kampf gegen die globale Armut wird in Afrika entschieden. Dabei muss allerdings einschränkend angemerkt werden, dass mit Afrika immer nur Subsahara-Afrika (SSA) gemeint ist; zudem muss Südafrika als Sonderfall eines bis lang europäisch dominierten Landes eigentlich auch ausgeklammert werden. Mit diesen Einschränkungen ist aber schon angedeutet, dass das »afrikanische Problem« kein geografisch, sondern ein soziokulturell geprägtes Phänomen ist. »Schwarzafrika« weist zwar eine große Vielfalt von Ländern und Kulturen auf, hat aber unter entwicklungspolitischen Gesichts punkten gemeinsame Strukturmerkmale.

Full Text

The full text of this journal article is available as a pdf

Affiliations