European Journal of Economics and Economic Policies: Intervention

Forum: Chinas rätselhaftes Wachstum

Abstract

First paragraph

Chinas Wachstum ist Schwindel erregend und scheinbar rätselhaft: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg real seit Beginn der Reformen 1978 bis 2003 um 9,4 Prozent jährlich, je Einwohner um etwa 8,1 Prozent (wenn nicht anders angegeben, berechnet nach World Bank 2005a). 1.100 US-Dollar betrug 2003 das Pro-Kopf-BIP, berechnet zu offiziellen Wechselkursen, das sind freilich nur 2,9 Prozent des US-Wertes. Rechnet man in Kaufkrafteinheiten, hatten die Chinesen im gleichen Jahr gut viermal so viel Einkommen, nämlich 5.003 US-Dollar, das sind 13,3 Prozent des US-Wertes. Das chinesische BIP, zu laufenden Wechselkursen berechnet, ist etwas kleiner als das Italiens, es erreicht etwa 59 Prozent des deutschen und 12,9 Prozent des US-BIP (2003). In Kaufkrafteinheiten gerechnet sind es aber 59 Prozent des US-BIP. Die riesige Diff erenz kommt dadurch zustande, dass die Kauf kraft der chinesischen Währung im Inland enorm groß ist. Der Wechselkurs reflektiert nicht die nichthandelbaren Güter und Dienstleistungen, die jedoch einen großen Teil des chinesischen BIP ausmachen. Ginge das Wachstum ein Jahrzehnt so weiter wie 1990 – 2003, würde das chinesische BIP das der USA im Jahre 2012 übertroff en haben – in Kaufkrafteinheiten gerechnet. Mit dem Wechselkurs des Jahres 2003 berechnet, würde das chinesische BIP – unter den gleichen Annahmen – 2012 nicht mehr als 19,0 Prozent des US-BIP erreichen. Trotz des chinesischen Aufholtempos steigt der absolute Einkommensabstand der Pro-Kopf-Einkommen – zu laufenden Wechselkursen kalkuliert – weiter an.

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