European Journal of Economics and Economic Policies: Intervention

Forum: Efas – economics, feminism and science: Ökonominnen-Netzwerk zur Förderung geschlechtsbezogener Forschung und Lehre

Abstract

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Die Mehrzahl der Vereinigungen von Wissenschaftlerinnen entstand in den Hochzeiten der zweiten Frauenbewegung, d. h. von Mitte der 1970er bis Mitte der 1980er Jahre (Andresen 2001: 143 ff.). Die Notwendigkeit der Schaff ung von autonomen Zusammenschlüssen von und für Frauen stand zu dieser Zeit außer Frage. Anders sah es beim Ökonominnen-Netzwerk efas aus, das erst im Jahr 2000, d. h. mit einer Verzögerung von fast 20 Jahren, gegründet wurde und sich damit in einer Zeit konstituierte, da bereits Debatten um das Ende des Feminismus und die Verwirklichung tatsächlicher Geschlechtergerechtigkeit den gesellschaftlichen Diskurs bestimmten. Die Gründung eines feministischen Netzwerkes konnte also keineswegs mehr selbstverständlich mit ungebrochener Zustimmung rechnen. Aber Wissenschaftlerinnen-Netzwerke entstehen ja nicht auf Grund von Vorurteilen, sondern von harten Fakten, und diese sprachen in der Männerdomäne Wirtschaft(swissenschaft) auch im Jahr 2000 noch unbedingt für efas: So hatte z. B. der Anteil von Frauen an wirtschaftswissenschaftlichen Professuren im Jahr 1999 mit acht Prozent immer noch nicht die Zehn-Prozent-Hürde genommen (Fiedler/Förtsch/Maier 2002: 250). Der Status von Frauen ist innerhalb der Profession insgesamt niedrig, und nach wie vor gelten geschlechterbezogene Fragestellungen als ein marginaler Forschungszweig jenseits jener Thematiken und Felder, in denen professionelles Ansehen erlangt und über die für den beruflichen Erfolg relevante Kapitalien erworben werden können. Zugleich ist die Bedeutung von Sozial- und Wirtschaftspolitik in Zeiten von hoher Arbeitslosigkeit und von Reformkonzepten à la Hartz IV oder ›Neuer Sozialer Marktwirtschaft‹ insbesondere auch für die soziale und ökonomische Situation von Frauen nicht zu unterschätzen.

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