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Forum: Die rot-grüne Gesundheitsreform: Modernisierung als Umverteilung

Nadja Rakowitz

Abstract

First paragraph

Das Gesundheitswesen ist – nicht nur in Deutschland – ein bedeutender ökonomischer Faktor. Mit einem Anteil von ca. zehn Prozent des BIP (ca. 250 Milliarden Euro Umsatz) liegt der Gesundheitssektor deutlich über dem Anteil der Kraftfahrzeugindustrie (vgl. Paetow 2002: 17). Trotz dieser im internationalen Vergleich relativ hohen Ausgaben hat der Sachverständigenrat für die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen im Jahr 2001 Über-, Unter- und Fehlversorgung im deutschen Gesundheitswesen festgestellt (vgl. Sachverständigenrat 2000 / 2001). Dabei sind die Ausgaben für Gesundheitsversorgung nur absolut gestiegen, in Relation zum BIP in den letzten 20 Jahren aber konstant geblieben. Die Beiträge zur Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) steigen wegen mangelnder Einnahmen, die auf die hohe Arbeitslosigkeit und die drastisch gesunkene bereinigte Lohnquote zurückzuführen sind. Trotzdem hat sich die These von der »Kosten-explosion« nicht nur in der politischen Klasse und bei den Arbeitgebern, sondern – so scheint es zumindest – auch in großen Teilen der Bevölkerung so weit zu einem »ökonomischen Faktum« verfestigt, dass eine »Reform« des Gesundheitswesens mit dem Zweck der Senkung der Beitragssätze geradezu Sachzwangcharakter bekommen hat.

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