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Forum: Die Kontroverse Frankfurter Allgemeine Zeitung contra Handelsblatt. Einige Bemerkungen zu einem methodologischen Schlagabtausch anno 2009

The controversy between Frankfurter Allgemeine Zeitung and Handelsblatt. Some remarks on a methodological exchange in the year 2009

Abstract

First paragraph

Auseinandersetzungen über methodologische Fragen gibt es in allen Wissenschaften. Fragen bezüglich der Zweckmäßigkeit, der Berechtigung, der ›Wissenschaftlichkeit‹ alternativer Methoden werden fallweise aufgegriffen und mit viel Animo diskutiert. Hitzige Auseinandersetzungen zwischen Freudianer|inne|n, Adlerianer|inne|n und anderen Psycholog|inn|en, zwischen Schulmedizin und Homöopathie, zwischen theoretischen und Experimentalphysiker|inne|n bieten signifikante Beispiele für solche Konfrontationen. Aber in manchen Wissenschaftszweigen spielen solche Auseinandersetzungen fallweise eine größere Rolle als in anderen. Zu diesen zählt sicher die Wirtschaftswissenschaft. Sie ist die einzige, in der das Wort ›Methodenstreit‹ eine eigenständige Bedeutung mit Bezug auf eine frühe fundamentale Auseinandersetzung erhalten hat, die Auseinandersetzung zwischen Menger und Schmoller bzw. zwischen österreichischer und historischer Schule. In diesem ursprünglichen Methodenstreit ging es vor allem um die Frage, wie weit ökonomisches Geschehen auf Grund allgemein gültiger Gesetzmäßigkeiten im menschlichen Verhalten und darauf aufbauender Axiome verstanden werden kann (österreichische Schule), oder ob ein sich ständig verändernder öknomischer Bereich nur im Rahmen einer dynamischen und gesamtgesellschaftlichen Analyse (historische Schule) erklärbar ist. Methodologisch bedeutete die österreichische (bzw. die verwandte neoklassische) Schule eine Orientierung an den Naturwissenschaften mit ihren deduktiv abgeleiteten Gesetzmäöigkeiten, während die historische Schule ihr Vorbild in den induktiv-deskriptiven, ›verstehenden‹ Methoden der Geschichtsschreibung fand.

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